Einblicke in das Gesamtkonzept der Jugendleiter/-innenausbildung und einer gelungenen Zusammenarbeit
„KJG-Ramersdorf/Perlach – da geht sich noch so einiges...“ dieser Slogan entstand auf einer Kurswoche des Dekanats Perlach und gibt einen ersten Eindruck der Motivation, mit der die Teilnehmer einer gelungenen Kurswoche wieder in ihre Pfarrei zurückkehren – ausgebildete Jugendleiter/innen, die nicht nur an Leitungserfahrung, Methoden und Ideen für die Leitung von Gruppen sondern auch an Selbstbewusstsein gewonnen und viel über sich selbst erfahren haben.
Kursarbeit mit langer Tradition
Die Dekanatskursarbeit, in die dieser Jahresbericht einen Einblick geben soll, liegt in der Hoheit der Verbände und wird von den Jugendstellen des Erzbistums subsidiär unterstützt. Im Dekanat Perlach wird die Ausbildung von der Katholischen jungen Gemeinde im Dekanat Perlach getragen und hat eine lange Tradition. Seit vielen Jahren bietet die KJG Jugendlichen ab 16 Jahren, die in der Pfarrei oder im Jugendverband Jugendleiterin oder Jugendleiter werden wollen, Grund- und Aufbaukurse an. Die Teilnehmerzahl liegt pro Kurs bei 10-13 Teilnehmern, die Kursleitung übernehmen 2-3 Kursleiter/-innen. Hierbei arbeitet die KJG eng mit der Katholischen Jugendstelle zusammen, nutzt die Beratung, die Kontakte und den Verwaltungsservice der Jugendstelle und legt großen Wert auf die Mitarbeit der Jugendpflegerin in der Kursleitung.
Allgemeine Grundlagen der Ausbildung
In der Ausbildung steht die Arbeit der Jugendleiter/-innen im Mittelpunkt. Neben Methoden, Spielen, rechtlicher Grundlagen werden Themen wie Verantwortung und Rolle des Gruppenleiters, Gruppenphasen, Motivation aber auch die Person selbst beleuchtet.
Die Ausbildung besteht aus mehreren Elementen:
Ein erstes Kennenlernen erfolgt bereits vor der Kurswoche auf dem Vortreffen. Die Kurswoche bildet den Kern der Ausbildung und findet in den Osterferien statt. Den Abschluss bildet das Nachwochenende im Herbst. Da Grund- und Aufbaukurs aufeinander aufbauen, durchlaufen die meisten Teilnehmer/-innen zweimal diesen Turnus.
Ziel der Ausbildung sind die Auseinandersetzung mit dem theoretischen Background, der den Jugendleitern Sicherheit bei ihrer Arbeit gibt, die Erarbeitung eines Fundus von Spielen und Methoden für die praktische Arbeit und die Reflexion der eigenen Person, insbesondere bei der Übernahme von Leitung und Verantwortung.
Der Projektansatz
Den Schwerpunkt der Ausbildung bildet die Kurswoche. In dieser Ausbildungswoche gibt es in dem Kurskonzept der KJG einen roten Faden: das Projekt. Im klassischen Projektansatz sucht der Kurs gemeinsam nach einem Projekt, das alle Teilnehmer/-innen miteinander durchführen wollen. Auf der Suche nach dem Konsens – der größtmöglichen Zustimmung – passt das Leitungsteam die Methoden der jeweiligen Phase und der vorherrschenden Dynamik an. In diesem Prozess werden die Gruppenphasen praktisch durchlebt und an der eigenen Person erfahren. Die Abendeinheiten dienen der Reflexion, bei der mit Abstand auf die Situation im Kurs geschaut wird und die Erkenntnisse auf die Alltagssituation übertragen werden. Dieser Ansatz kann im Grund- und Aufbaukurs gleichermaßen verwendet werden. Im Aufbaukurs wird dieser Prozess stärker vertieft und der Teilnehmer rückt stärker in den Vordergrund.
Weiterentwicklung des Ausbildungskonzepts im Dekanat Perlach
1999 zeichnete sich ab, dass der Projektansatz die Bedürfnisse des Grundkurses des Dekanats nicht deckt. Die Jugendlichen, die sich für die Ausbildung interessieren, möchten konkrete Themen wie Motivation, Umgang mit Konflikten, Integration schwieriger Kinder, etc. erarbeiten, mit denen sie im Alltag konfrontiert sind. Der Kursleiterkreis des Dekanats Perlach erarbeitete daraufhin gemeinsam mit der Dekanatsjugendstelle ein neues Gesamtkonzept für die Jugendleiterausbildung, nach dem bereits mehrere Jahre gearbeitet wird. In diesem Jahr wurde bereits der 6. Kurs nach diesem Konzept durchgeführt, an dem nach jedem Kurs weitergearbeitet wird.
Gesamtkonzept Jugendleiterschulung
Im Gesamtkonzept der Jugendleiterausbildung bilden Grund- und Aufbaukurs eine Einheit:
Der Schwerpunkt des Grundkurses liegt in der thematischen Arbeit. Die Teilnehmer/-innen wählen gemeinsam die 6 Themen, die bearbeitet werden sollen, aus. Das Thema Rechte- und Pflichten ist fester Bestandteil der Ausbildung. Am Ende der Woche wird ein kleines Projekt als Ausblick auf dem Aufbaukurs durchgeführt.
Im Aufbaukurs wird nach dem klassischen Projektansatz gearbeitet. Im Mittelpunkt steht hierbei vor allen der Teilnehmer und die Gruppe. Ziel des Kurses ist die Auseinandersetzung der Teilnehmer/-innen mit sich selbst, den eigenen Fähigkeiten und Schwächen und die Situation in der Gruppe.
Learning by doing
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist die praktische Leitungserfahrung der Teilnehmer. Im 2er Team werden Arbeitseinheiten vorbereitet und durchgeführt. Die Kursleitung berät das Team in der Vorbereitung und regt dazu an, neue Methoden auszuprobieren, um das Methodenspektrum zu erweitern. Währen der Durchführung begibt sich die Kursleitung in die Rolle des Teilnehmers. Die anschließende Auswertung der Arbeitseinheit im Kurs ist nicht nur für das Leitungsteam wichtig, sie dient auch als Orientierung für folgende Teams und der späteren Arbeit in Pfarrei, Verband und dem beruflichen Alltag. In der Abendeinheit wird die Dynamik in der Gruppe reflektiert und Gruppenprozesse aufgearbeitet. Die Ereignisse des Tages werden betrachtet und ein Transfer in den Alltag ermöglicht.
Kontaktarbeit über den Kurs hinaus
Grund- und Aufbaukurs werden im Dekanat Perlach in den Osterferien angeboten. Während der Woche finden von Grund- und Aufbaukurs gemeinsame Aktivitäten statt, um das Dekanatsbewusstsein zu stärken und Kontakte über den Kurs hinaus zu knüpfen. Der gemeinsame Veranstaltungsort der Kurse ist somit wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Neben dem Besuch der ME ist auch der Kontakt zur Jugendstelle ein wichtiger Punkt in der Ausbildung. Hierbei hat es sich bewährt, dass die Jugendpflegerin gemeinsam mit dem Kursleiterteam die Kurswoche durchführt und den Grundkurs mit leitet. Dieser Kontakt ermöglicht die weitere Beratung.
Beim gemeinsamen Nachwochenende im Herbst werden im jeweiligen Kurs die Erfahrungen als Jugendleiter/-in ausgetauscht und offene Fragen bearbeitet. In gemeinsamen Arbeitseinheiten wird der Kontakt vertieft und der Ausbildungsteil mit einem Festakt abgeschlossen.
Erfolgsgeschichte Aufbaukurs
Kurse, die erfolgreich laufen, sind zwar häufig die beste Werbung, aber zwischen dem Grund- und Aufbaukurs liegt häufig ein ganzes Jahr, in dem viel Motivation auf der Strecke bleibt. Um mit den Grundkursteilnehmern weiterhin in Kontakt zu bleiben, nutzen die Kursleiter/-innen eine Traditionseinrichtung im Dekanat Perlach: die „Gerüchteküche“ – Zu diesem Jugendleitertreff kommen allwöchentlich die Jugendleiter/-innen des Dekanats in der Jugendstelle zum Ratschen, spielen und zum Erfahrungsaustausch zusammen. Die Kursteilnehmer/-innen haben hier nicht nur die Möglichkeit, sich wiederzutreffen, ihnen stehen auch Kursleiter/-innen und Jugendstellenmitarbeiter für Beratung zur Verfügung. Mit diesem Angebot, dass auch von den diesjährigen Teilnehmer/-innen wieder stark genutzt wurde, wird eine Brücke vom Grund- zum Aufbaukurs geschlagen.
Mai 2004
Dorothea Lubahn, Jugendpflegerin

Die Jugendleiter-Kurse werden von der KJG Perlach in Kooperation mit der Kath. Jugendstelle Perlach veranstaltet.
Deine Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um den Jugendleiter-Aufbaukurs ist Jugendpflegerin Dorothea Lubahn.